Gedicht des Monats · 01
Kein Wind
Kein Wind.
Nur diese große, helle Faust
über den Dächern.
Der Nachmittag kniet
und kommt
nicht wieder hoch.
Auftakt
„Die Wahrheit wohnt in den Zwischenräumen –
dort, wo Gewissheiten enden, und das Verstehen beginnt.“
Vergänglichkeit mit Echo
Erinnerung, Verwandlung und Verdichtung.
Gedicht des Monats · 01
Kein Wind.
Nur diese große, helle Faust
über den Dächern.
Der Nachmittag kniet
und kommt
nicht wieder hoch.
Kurzvorstellung
Chandrika bedeutet Mondlicht – ein Licht, das nicht laut ist, das schwebend beobachtet. Der Name Wolkenstein vereint das Flüchtige mit dem Bleibenden: die Wolke, die sich verwandeln kann, und den Stein, der etwas bewahrt. Genau dazwischen entstehen ihre Gedichte – zwischen Leichtigkeit und Schwere, Verletzlichkeit und Widerstand, Wirklichkeit und Verwandlung.
Ihr Schreibstil in drei Worten: bildhaft, intensiv, eigenwillig.
Mascha Kaléko hat sie durch ihre scheinbare Leichtigkeit beeindruckt, und Else Lasker-Schüler fasziniert sie durch ihre radikale Bildkraft. Kaléko zeigt, wie tief ein Ton reichen kann, und Else Lasker-Schüler zeigt, wie weit sich Sprache ausdehnen darf. Die eine flüstert einem eine Wahrheit ins Ohr, die andere wirft Sterne damit.
Chandrika Wolkenstein wünscht sich, dass Menschen, die ihre Gedichte lesen, sich weniger einsam fühlen, dass sie in ihren Worten einen Ort finden, an dem sie sich verstanden wissen. Wenn ein Gedicht Trost schenkt, Mut macht oder das Gefühl vermittelt, mit den eigenen Gedanken und Gefühlen nicht allein zu sein, dann haben ihre Gedichte ihren Sinn erfüllt.
Auszeichnung
2026 · Hauptpreis Lyrik für „Wer hier wohnt“
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